Fest endet mit Schlägereien

Weil der Stadt. Es war ein friedliches Fest mit einem unrühmlichen Ende: Die Sonnwendfeier des Weiler Fanfarenzuges hat etwa 1000 Menschen auf die Ostelsheimer Steige gelockt. Einige konnten sich nicht beherrschen und fingen Schlägereien an. Es gab sechs Verletzte.

Von Stefan Bolz

"Das Wetter war super, die Stimmung war gut, wir hatten ein echt friedliches Fest - bis auf dieses blöde Ende", ist der Vorsitzende des Fanfarenzuges, Thomas Heisler, immer noch wütend. Bis spät in die Nacht hinein war am Samstag die jährliche Sonnwendfeier ohne Probleme verlaufen. Dann, lange nachdem der Ausschank geschlossen hatte, gab es Rangeleien, und die Fäuste flogen. "Was der Auslöser war, hat man gar nicht so mitbekommen. Plötzlich ging es los, und jemand rief die Polizei", erinnert sich der Leiter des Weiler Ordnungsamtes, Oliver Conradt.

Die Beamten verzeichneten im Verlauf der nächsten Stunde mehrere Prügeleien mit insgesamt fünf leicht verletzten Personen, ein Mann wurde schwer verletzt. Entzündet hat sie der Tumult nach bisherigen Erkenntnissen, weil sich gegen 1.20 Uhr ein 19-jähriger und ein 20-jähriger Weil der Städter gestritten hatten. Dem Jüngeren der beiden sprang wohl ein Bekannter zur Seite - wer dann aber dem 20-Jährigen eine volle Flasche auf den Kopf schlug, ist noch unklar. In der Folge gingen immer wieder junge Leute aufeinander los. Am schlimmsten traf es einen 26-jährigen Stuttgarter, den die Polizisten als Urheber einer anderen Schlägerei gerade festnahmen. Als die Beamten den Mann auf dem Boden liegend festhielten, nutzte eine 22-jährige Weil der Städterin die Gelegenheit und trat dem Wehrlosen in die Genitalien, berichtet die Polizeidirektion.

Oliver Conradt und Thomas Heisler wollen die Ereignisse der Nacht nun noch einmal besprechen. Bereits seit drei Jahren verfolgen Ordnungsamt und Fanfarenzug ein Jugendschutz- und Sicherheitskonzept. Doch "gegen Leute, die immer wieder auf Festen auftauchen und dort Randale machen", sei man machtlos, bedauert Heisler. Um Licht in die verworrenen Ereignisse zu bringen, bittet die Polizei Zeugen um Hilfe ( 0 70 33 / 5 27 70).

Leonberger Kreiszeitung, 24.06.2008