Romantisches Flair und Feststimmung

Sonnwendfeier des Fanfarenzug an der historischen Stadtmauer

Von Cornelia Nebbioso

Für romantisches Innenstadt-Flair hat der Fanfarenzug Weil der Stadt mit seiner vierten Sonnwendfeier auf der Wiese ent- lang der historischen Stadtmauer gesorgt. Schon seit 1988 stellt der Verein das Fest, das bis 2009 am Alten Reitplatz an der Ostelsheimer Steige veranstaltet worden war, auf die Beine. Freunde des Fanfa- renzugs sollten sich schon jetzt das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des Vereins am Samstag, 9. November, in der Weiler Stadthalle vormerken.

Bei idealem Festleswetter ließen sich unzählige Besucher aus nah und fern das Feuer-Spektakel am vergangenen Samstag nicht entgehen. Das mit bunten Lichterketten ausgestattete Fest, für das Haiko Dutt eigens drei große Feuerkörbe aus jeweils fast 200 Hufeisen geschmiedet hatte, begann mit Kaffee, Kuchen und Spielen für die Kleinen bereits am Nachmittag.
Eine Heidenarbeit, deren Anblick den Gästen aber sichtlich behagte.
Der Fanfare fertigte zudem für das Barzelt ein beleuchtetes Metallschild „Hupen- Club-Schenke“ an. Gemütliche Feststimmung brachte in den Abendstunden dann das angezündete Sonnwend-Feuer, in dessen Schatten keineswegs die Livemusik von „Latte Mazziato“ stand.

Nicht selbst ist der Mann
Hinter den Fanfarenzug-Männern stehen auch immer die Spielerfrauen, die bei solchen Großeinsätzen ihre Männer unterstützen. Ob durch Organisation der Kuchenbar, des Kinderprogramms, mit Fahrdiensten oder ihrem Zuspruch. Karin Lemke zum Beispiel war und ist sehr oft im Einsatz, denn ihr Gerhard ist derjenige, der bereits am längsten aktiv im Verein spielt.

„Uns motiviert, die Kameradschaft zu pflegen und gemeinsam Musik zu machen“, lacht Martin Gairhos. Der zweite Vorsitzende gehört seit 1981 zum Verein und weiß, dass er sich auf jeden einzelnen seiner Kameraden verlassen kann. „Beim Musizieren und auch sonst im Leben“, bekräftigt Vorsitzender Thomas Heisler. Frontmann Jolles alias Uwe Drohla, seit 19 Jahren 1. Tambourmajor, ist stolz, dass es sogar mit dem Vereinsnachwuchs zurzeit gut aussieht. „Wir sind immer offen für weitere Kameraden. Noten lesen ist bei uns keine Voraussetzung, das können hier die wenigsten. Unsere vier Ausbilder bringen fast jedem Schlagwerk oder Blasinstrument bei, der Spaß daran und ein wenig Taktgefühl hat“. Geprobt wird immer montags und Freitagsabends im Feuerwehrmagazin.

Auf die Frage, was sich der 1. Tambormajor für die Zukunft seines Vereins wünscht, meint er ganz spontan „Allzeit einen guten ‘Ansatz‘!“. Was bei Blasinstrumenten so viel bedeutet wie, dass, wenn man in die Fanfare hinein bläst, auch ein guter Ton rauskommt. Hier müssen sich die Weil der Städter aber keine Sorgen machen, denn bei diesen Jungs ist die Luft noch lange nicht raus.

Wochenblatt Weil der Stadt, 27.06.2013